Welttierschutztag im gesellschaftlichen Focus zum jagdlichen Umgang mit Wildtieren
05. Oktober 2026
Am Sonntag ist Welttierschutztag. An diesem Tag soll den Menschen bewusst gemacht werden, welches Leid sie den Tieren durch ihr Handeln tagtäglich zufügen. Dabei sind nicht nur gehaltene Tiere gemeint gerade auch wildlebende Tiere werden abseits der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend bedrängt.
Die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht hat den gesellschaftlichen Focus bereits verstärkt auf die Jagd und ihr Verständnis vom Tierschutz gerichtet. Der Landestierschutzverband Niedersachsen möchte an diesem Tag hier anknüpfen.
Das Jagdwesen und hält in seiner Ausübung der Jagd einerseits starr an alten Traditionen fest nutzt aber andererseits sämtliche neuzeitlichen technischen Möglichkeiten, häufig militärischen Ursprungs, zum Nachstellen und Töten von Tieren.
Dazu Dieter Ruhnke, Vorsitzender des Landestierschutzverbandes Niedersachsen: „Der verstärkte Einsatz von Nachtsichttechnik lässt dem Wild 24 Stunden keine Ruhe. Schüsse mit Nachtzieltechnik sind unsicherer in Bezug auf das Erkennen des Wildes (Ansprechen) und der Entfernung, was zu erhöhten Fehlschüssen führt. Wildkameras an automatisierten Fütterungsstellen geben dem Jäger auf dem Sofa einen „zielgenauen“ Überblick, wann er wo wen erlegen kann und Drohnen helfen, auch noch die nicht angefütterten Tiere ohne viel Aufwand zu finden und zu verfolgen. Dieses Vorgehen erinnert eher an ein „Gefechtsfeld“ zur Nutzung des Wildbestandes als an traditionelle Jagd. In social media wird die jagdliche Tötung zunehmend influenced und zum social event gehypt.“
Änderungen der Jagdtraditionen unter Berücksichtigung des Tierschutzes als Staatsziel hat die Jägerschaft bisher vehement und sehr erfolgreich verhindert. Die Jagd ist ein spürbarer Wirtschaftsfaktor ländlicher Regionen und für den Handel mit Waffen und Munition geworden. Bewegungsjagden mit vielen Hunden (Treibjagden) werden nach wie vor entgegen wildbiologischer und tierschutzrechtlicher Bedenken noch weit in das neue Jahr hinein betrieben, eine Zeit in der bereits viele Tiere tragend sind und die auch aufgrund der Kälte Ruhe benötigen.
Der Landestierschutzverband fordert den Jagdverband auf, endlich den Tierschutz ernst zu nehmen und umzudenken. Ehrlicher ethischer Tierschutz muss sich an dem Grundsatz des § 1 Tierschutzgesetzes: „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden und Schäden zufügen“ messen lassen. Anderenfalls ist die Jagd nicht mehr zeitgemäß und verliert ihre Berechtigung.